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Im Juni 2014 wurde die neue Attraktion des Marinemuseums eröffnet - die U-Boot-Halle, in deren Mittelpunkt die HMS Neptun steht. In der U-Boot-Halle können die Besucher ein echtes U-Boot aus den Zeiten des Kalten Krieges aus nächster Nähe betrachten.

In der U-Boot-Halle ist außer der Neptun auch das allererste U-Boot der schwedischen Flotte, die Hajen (=der Hai) von 1904 ausgestellt. In der Halle befindet sich darüber hinaus eine Ausstellung zur 110-jährigen Geschichte der schwedischen U-Boot-Waffe. Der Besuch der U-Boot-Halle ist wirklich ein einmaliges Erlebnis, das Ihnen einen Einblick in das Leben im Inneren eines U-Boots gewährt - sowohl in die Alltagsabläufe als auch bei Gefechtsbereitschaft. Durch die Neptun können Sie das Innere eines richtigen I-Boots erleben.

HMS Neptun

Die HMS Neptun, die 1980 in Dienst genommen wurde, gehört zur ersten Generation schwedischer U-Boote, die an Bord mit Computern ausgerüstet waren. Ausgestattet mit fortgeschrittener Bewaffnung war es ihr Auftrag, im Kriegsfalle Ziele auf See anzugreifen und zu vernichten, aber auch Informationen durch Aufklärung zu beschaffen. Bereits ein Jahr später wurde der Neptun eine Rolle in einem dramatischen Weltgeschehen zuteil, als das sowjetische U-Boot U 137 vor Karlskrona auf Grund lief. Gemeinsam mit anderen Seestreitkräften war die Neptun an Ort und Stelle für den Fall, dass andere sowjetische Schiffe in schwedische Gewässer eingedrungen wären.

Die Aufklärung war auch in Friedenszeiten wichtig, und zu diesem Zweck war die Neptun regelmäßig in der Ostsee unterwegs. Wie die Aufträge jedoch im Einzelnen aussahen, ist schwer zu wissen, da viele Informationen durch die Streitkräfte nach wie vor unter Verschluss gehalten werden. An Bord der Neptun lebten rund 20 Besatzungsmitglieder, von denen die meisten Offiziere waren, einige aber auch Wehrpflichtige. Normalerweise befand sich das U-Boot einige Tage in Folge auf See, im Bedarfsfall manchmal aber auch mehrere Wochen.

1998 wurde die Neptun außer Dienst gestellt und lag dann mehrere Jahre im Kriegshafen in Karlskrona vor Anker. Als die Neptun dem Marinemuseum 2007 geschenkt wurde, war der Bedarf außenseitiger Renovierung groß. Im Zuge der Renovierung wurde das U-Boot auch an die Bedürfnisse des Museums angepasst, unter anderem mit drei in den U-Boot-Körper geschnittenen Eingängen. Im September 2012 wurde die Neptun an Land gehievt und neben dem Marinemuseum aufgestellt. Um das U-Boot herum wurde dann ein Gebäude aus rostfreiem Blechstahl errichtet. Die Inspiration dafür holten sich die Architekten von den Visby-Korvetten, aber auch von Bunkern und Verteidigungsanlagen. Die Neptun ist das größte eingebaute Museumsobjekt in Schweden nach der Vasa im Vasamuseum.

Hajen

Die Hajen (=der Hai), das allererste U-Boot der schwedischen Marine, wurde 1904 zu Wasser gelassen. Ausgerüstet war es mit drei Torpedos, einem Elektromotor für den Betrieb unter Wasser und einem Kerosinmotor für den Betrieb über Wasser und zum Laden der Akkus. Die Hajen konnte sich bis zu 13 Stunden in Folge unter Wasser aufhalten. Der Komfort für die acht Mann starke Besatzung hielt sich in engen Grenzen.

Im Jahre 1905 gab es Überlegungen, die Hajen in den entstandenen Unionskonflikt mit Norwegen einzusetzen, was jedoch nicht in die Tat umgesetzt wurde. Später diente die Hajen der Ausbildung neuer U-Boot-Besatzungen, vor allem während des ersten Weltkrieges. 1919 wurde sie abgerüstet und 1922 schließlich ganz außer Dienst gestellt. In den 1940er Jahren wurde die Hajen Museumsobjekt. Trotz der ursprünglichen Absichten, die Hajen zu bewahren, wurden in den 1920er Jahren die Motoren und die Ausrüstung abmontiert, weshalb heute leider nur noch die Hülle dieses Kleinods der maritimen Geschichte erhalten ist. 1997 erhielt die Hajen ihren Platz vor dem neu gebauten Marinemuseum und wurde später in der U-Boot-Halle aufgestellt.